Vorbereiten auf das Ende

Okay, zugegeben vielleicht ~ etwas ~ melodramatische Überschrift, aber ernst wird's auf jeden Fall. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass mein Therapeut bald ein Sabbatical macht - also eine (bezahlte) Auszeit von seinen Psychos nimmt und durch die Weltgeschichte reist. Schön für ihn, scheiße für uns. Da ich soweit stabil bin und wir nicht mehr... Weiterlesen →

Happy fucking Birthday to me

Am Wochenende hatte ich Geburtstag. Das ist überraschend, weil ich nie erwartet hatte, so alt zu werden. Mein ganzes Leben lang gab es kein denkbares Szenario, in dem ich jemals das 27. Lebensjahr erreichen würde. Ist das traurig? Bemitleidenswert? Keine Ahnung. Ich kenne es ja nicht anders. Ich habe nie weit vorausgedacht, oder mir Gedanken... Weiterlesen →

Back to the roots

Besuche in meiner Heimat sind immer eine Mischung aus Freude und Argwohn. Ich freue mich, meine Familie und ein paar ausgewählte Freunde wiederzusehen, muss aber bei jeder Gelegenheit für unvorhergesehene Begegnungen mit meiner Vergangenheit gewappnet sein. Ob Orte, Menschen oder Veranstaltungen - meine Heimat ist voller Trigger, die ich in den vergangenen acht Jahren nach... Weiterlesen →

Neulich in der Therapie

Thema Stresskompetenz:Frage des Therapeuten: "Was sind denn bei Ihnen persönliche, stressverstärkende Faktoren?"Ich: "Ich."Der Therapeut lacht, ich lache, meine Angststörung lacht.Therapeut: "Nein, jetzt im Ernst."Ich: "Ja, im Ernst. Ich bin ein einziger stressverstärkender Faktor."Therapeut: 😐 Was erstmal witzig klingt, hat einen nicht ganz so lustigen Hintergrund. Denn Tatsache ist: Das stimmt. Jedenfalls zu weiten Teilen. Ein... Weiterlesen →

Repeat after me: Therapie. Ist. Arbeit.

Therapie ist Arbeit. Weiß man, kennt man... und ignoriert man. Wenn man ich ist, jedenfalls. Folgende Situation: Vor mehreren Monaten hatte der Therapeut mir ein Video nahegelegt - "The six pillars of self esteem" auf YouTube. Ich solle mal reinhören, das würde mir bestimmt gefallen. Ich schrieb es in meine digitalen Notizen - und vergaß... Weiterlesen →

Dankbarkeit am Arsch

Besonders rund um Weihnachten und Silvester wird man nicht nur allenthalben mit kitschigem Baumschmuck, ekelhaften Dominosteinen und Wachsgieß-Sets beworfen, sondern auch andauernd ermahnt, man solle dankbar und demütig sein für das Leben, das man führen darf. Ob Kirche, Weihnachtsfilm oder Mittagsmagazin - ständig ist die Rede davon, dass wir denen danken sollen, die unser Leben... Weiterlesen →

Ausflug ins Jahr 2008

Vor einigen Wochen hat mein Therapeut einen neuen Ansatz ausprobiert, um die Türsteherin dazu zu bewegen, den Blick auf das Innere meiner Messibude freizugeben: emotionale Öffnung durch musikalische Trigger. Die Idee: Wenn ich einen Song höre, der mich in meiner Teenagerzeit sehr geprägt hat, wird es mir leichter fallen, über Ereignisse aus eben dieser Zeit... Weiterlesen →

Wo es wehtut

Oh, der letzte Beitrag ist bereits über drei Monate her? Ups. Tja nun, es hat sich in letzter Zeit nicht unbedingt ein Thema aufgedrängt. Ich schätze, im Gesamtbild ist das sogar ein gutes Zeichen, wenn ich nichts zu schreiben habe. Also gut, Bestandsaufnahme. Von schwerwiegend bis irrelevant: Ich lebe noch. Ich habe noch einen Job.... Weiterlesen →

It’s all about the skills

Triggerwarnung! Es wird das Thema Selbstverletzung behandelt. Mein Therapeut möchte meine Beziehung zu meiner kranken Mutter aufarbeiten. Er sagt, das sei "wichtig für den Therapieerfolg". Ich verdrehe zwar bereits beim Tippen dieser Worte wieder die Augen, aber irgendwo weiß ich, dass er Recht hat - auch, wenn ich das nicht wahrhaben will. Da das Thema... Weiterlesen →

Von kritischen Stühlen und unbequemen Selbstgesprächen

Ich gehe jetzt also wieder zur Therapie. Einmal die Woche. Mindestens 60 mal. So viel hat die Krankenkasse nach wochenlanger Bearbeitungszeit genehmigt. Mein Therapeut ist kein Fan von Frontalunterricht wie in der Schule, sagt er. Stattdessen wolle er viele praktische Übungen machen. Praktische. Übungen. Aha. Mein natürlicher Fluchtinstinkt setzt instant ein, aber ich kann meine... Weiterlesen →

Happy Birthday

Hey Sammy, dieses Wochenende jährt sich dein Todestag zum zweiten Mal und du fehlst hier immer noch. Ich sage bewusst nicht "Selbstmord", weil es in meinen Augen kein Mord war. Es war dein Befreiungsschlag. Ich weiß das, und ich kann diesen Schritt nach wie vor gut nachvollziehen. Tatsächlich mag ich den Gedanken, den Tag eher... Weiterlesen →

Die Gedanken drehen frei

Die depressive Phase hält an. Und sie ist heftig. So heftig, dass ich medikamentöse Hilfe brauchte. Hab ich mir selbst verschrieben. Was das angeht, bin ich ein guter Arzt. Ich weiß genau was ich brauche, zwinkerzwonker. Montag und Dienstag war ich krankgemeldet. Da ging gar nichts. Nicht arbeiten, nicht duschen, nicht einkaufen, nicht aufstehen. Zähneputzen... Weiterlesen →

Good old times

Seit dem Termin bei meinem potenziellen neuen Therapeuten ging die Stimmung rapide in den Keller. Und ich kann nicht mal genau ausmachen warum. Klar, die Therapie macht mir eine scheiß Angst, ich leide unter großen Unsicherheiten im Job sowie privat, meine Mutter säuft sich tot (sie geht übrigens bald mal wieder in den Entzug), aber... Weiterlesen →

Mit dem Anfangen anfangen

Zwei Monate habe ich gebraucht, um die Ablehnung meiner Therapeutin zu verkraften. Donnerstag habe ich wieder angefangen, Therapeuten abzutelefonieren. 20, um genau zu sein. Exakt zwei haben Bereitschaft signalisiert, mich zu therapieren. Der Rest hat sich entweder nicht gemeldet, hat Wartezeiten von mehr als sechs Monaten oder nimmt gar keine Patienten mehr. Eine hat mir... Weiterlesen →

Nicht in dieser Welt

Hey Sammy, sei froh, dass du nicht mehr hier bist. Die Welt ist gerade wirklich scheiße und ich will auch nicht mehr hier sein. Ich bin wieder in einer schlechten Phase und könnte gerade wirklich deine Borderline-Expertise gebrauchen, um Ordnung in mein Chaos zu bringen. Was genau bewegt Menschen eigentlich dazu, so dumm zu sein,... Weiterlesen →

lirum, larum, lebenssatt

Die Tatsache, dass ich bald wieder eine Therapie beginne, bringt mich zum Nachdenken. Über bisherige Therapien, über meine Baustellen, und vor allem über meine Bewältigungsmechanismen. Mir wurde zugetragen, dass man in bestimmten Situationen nicht mit mir umzugehen wisse und das gibt mir zu denken. Wie verhalte ich mich in verschiedenen Situationen? Bestandsaufnahme. Wenn ich mit... Weiterlesen →

Ich gegen mich

Jeder hat eine innere Stimme. Sie fungiert als Bauchgefühl, Gewissen und Instinkt. Sie sagt uns, was richtig ist oder wäre. Sie ist es, die uns auf dem Heimweg im Dunkeln sagt: "Nimm nicht die Abkürzung durch den Wald, sondern bleib' auf der Hauptstraße." Sie ist es, die uns sagt "Bezahl' die Schokolade lieber, anstatt sie... Weiterlesen →

Therapie 6.0

Jetzt war ich also bei meiner ersten Therapiesitzung seit 2017. So so.Natürlich ging es noch nicht ans Eingemachte. Vielmehr ging es darum, was in der Zwischenzeit so passiert ist (Studium abgeschlossen, beschissenen Callcenterjob angefangen und wieder hingeschmissen, Job in meiner Branche angenommen usw.) und darum, weshalb ich dort war. Die Erklärung für meinen Besuch klang... Weiterlesen →

Borderline-Update ahoi!

Kurzes Update bezüglich meines (Borderline-)Lebens. Ich habe beschlossen, wieder eine Therapie anzufangen und habe meine ehemalige Therapeutin ausfindig gemacht, mit der ich damals nicht weiterarbeiten konnte, weil sie sich ja unbedingt schwängern lassen musste. Jedenfalls habe ich dort in zwei Wochen einen Termin. Warum? Weil ich trotz aller positiven Entwicklungen Angst habe, dass ich mich... Weiterlesen →

Bin ich jetzt geheilt oder so?!

Ich habe jetzt wirklich noch mal mein Bestes gegeben, ehrlich! Ich habe die traurigsten Gedanken der Welt gedacht, die traurigste Musik der Welt gehört, bin ganz tief in mich und mit mir selbst auf die Therapiecouch gegangen - und habe nichts gefunden. Da ist einfach nichts mehr. Keine traurigen Gedanken, keine Leere, keine Zerstörungswut, kein... Weiterlesen →

Tanze, solange du kannst

Je besser es mir geht, desto weniger denke ich. Je weniger ich denke, desto weniger schreibe ich. Je weniger ich schreibe, desto unausgeglichener fühle ich mich. Es stimmt eben doch: Die Depression ist eine herausragend gute Schriftstellerin - ohne sie habe ich schlichtweg nichts zu sagen. Und dass ich die Depression gerade nicht merke, liegt... Weiterlesen →

Selbstoptimierungsscheiße

New day, same shit. Ich bin immer noch im Homeoffice, verlasse das Haus immer noch nur zum Einkaufen und habe meine Eltern seit Anfang März nicht mehr gesehen. Alles scheiße, könnte man denken. Doch weit gefehlt: Ich genieße es! Nach wie vor. Ich nutze die viele Zeit, um meine Wohnung auf Vordermann zu bringen, auf-... Weiterlesen →

Meine schöne Seifenblase

Es geht mir so gut wie schon lange nicht mehr. Ich weiß, dass diese Krise furchtbar ist und Menschen daran sterben, aber für mich persönlich ist es gerade eine sehr entspannte, gute Zeit. Die Arbeit hat sich auf etwa 4-6 Stunden täglich reduziert. Das heißt, ich stehe genauso früh auf wie sonst auch, mache dann... Weiterlesen →

Bloß nicht hinfallen

Ich war nie jemand, der immer Action brauchte und dauernd unter Leuten sein musste. Ich hatte schon immer gern meine Ruhe. Aber langsam macht mir das Angst. Der Verlag hat Kurzarbeit angemeldet und wir sollen nach Möglichkeit im Homeoffice arbeiten. Also sitze ich jetzt mindestens vier Tage die Woche mit meinem Laptop in meiner kleinen... Weiterlesen →

Info:Hilfe bei Depressionen

Die notwendige Abschottung von sozialen Kontakten und Selbstisolation in den eigenen vier Wänden aufgrund der Covid-19-Pandemie kann Depressionen wieder aufflammen lassen, sie verschlimmern oder selbst bei gesunden Menschen zu depressiven Verstimmungen führen. Auch für Menschen mit Angstzuständen und Zwangsstörungen können die aktuellen Ereignisse und die dauerhafte Berichterstattung über jede noch so kleine Entwicklung sehr angsteinflößend... Weiterlesen →

Gen Himmel

Hey Sammy, Heute ist es auf den Tag genau ein Jahr her, dass du dir das Leben genommen hast. Und du fehlst. Ein Jahr mit vielen Höhen und Tiefen liegt hinter mir, aber ich schlage mich ganz gut. Ich achte mehr auf mich und arbeite hart an mir. Ich mache sogar wieder Sport! Ja, ehrlich!... Weiterlesen →

Hosen runter!

Wann haben wir eigentlich verlernt, Gefühle zu zeigen? Wann genau wurde aus den markerschütternden und herzzerreißenden Schreien an der "Quengelkasse" ein leises Türschließen und heimlich unter der Bettdecke weinen? Wer hat uns eingetrichtert, dass Gefühle zeigen schlecht ist - und warum? Fing das alles mit "Indianer kennt keinen Schmerz" bei einem aufgeschürften Knie an? Oder... Weiterlesen →

Scheiß auf Komfortzone!

Ich war seit Monaten nicht mehr aus. Zum einen, weil ich auch niemanden zum Ausgehen habe, zum anderen, weil ich gar nicht wollte. Zumindest anfangs nicht. Ich wollte meine Ruhe. Nur liegen und Fernsehen und schlafen. Nach einer Weile dann kam die Angst vor dem Rausgehen dazu. Spät im Dunkeln alleine draußen. Wie komme ich... Weiterlesen →

Vom Rudeltier zum einsamen Wolf

Ich bin noch nicht fertig mit diesem Neujahrsvorsätze-Kram und "New year, new me"-Geschisse. Das liegt nicht daran, dass ich von mir selbst aus etwas in meinem Leben ändern wollte, sondern vielmehr daran, dass ich durch äußere Umstände dazu gezwungen wurde. Viel Zeit mit den falschen Leuten und mit sich allein zu verbringen, führt zu so... Weiterlesen →

Auf ein Neues

Die letzten Wochen des vergangenen Jahres waren für mich ziemlich bescheiden. Es begann damit, dass ich durch meine Cousine nebenbei erfahren musste, dass meine Mutter an Weihnachten nicht zuhause sein würde, sondern zum wiederholten Male (ernsthaft, ich habe aufgehört mitzuzählen) in die Entzugsklinik musste. Keiner von beiden hatte sich getraut, es mir zu sagen. Ich... Weiterlesen →

Wenn der Chef was ahnt…

Der folgende Text geistert seit Anfang Dezember in meinen Entwürfen herum. So lange hat es gedauert, bis ich den Vorfall in Worte fassen konnte. Aber man soll schreiben über das, was wehtut, also here we go. Es ist passiert. Vor kurzem noch habe ich über den Arbeitsalltag mit Borderline gesprochen. Kurz danach ging dann die... Weiterlesen →

Arbeiten mit Persönlichkeitsstörung

Ich hatte bereits geschrieben, dass ich vor dem Probearbeiten beim Verlag in meinen Flur gekotzt habe. Vor Angst. Angst zu versagen, ausgelacht zu werden, nicht gemocht zu werden… Angst, das alles schlichtweg nicht zu können. Vor meinem ersten richtigen Arbeitstag war das nicht anders, aber ich wusste, dass erst mal viel Organisatorisches auf mich zukommt.... Weiterlesen →

Scheiße.

Der erste Monat im Verlag neigt sich dem Ende. Ich bin zufrieden. Ja wirklich. Die Kollegen haben mich super aufgenommen, die Arbeit macht mir weniger Angst, ich genieße die neuen Arbeitszeiten und besonders den kurzen Weg. Genau das ist der Punkt, an dem sich das Schicksal denkt "Jau, der Alten schmeiß ich jetzt 'n Ast... Weiterlesen →

Synapsendünnschiss

Seit einer Woche arbeite ich jetzt in der neuen Firma. Vom Callcenter in den Fachverlag. Die Kollegen sind bisher alle nett und freundlich. Meine direkte Büronachbarin und ich verstehen uns gut und sie ist sehr hilfsbereit. Ich werde langsam an die Thematik und die einzelnen Printprodukte herangeführt, aber ich hätte am liebsten dieses ganze Ankommen... Weiterlesen →

Tschüss, war kacke mit dir.

Es ist der 30. September 2019. Vor ziemlich genau 13 Monaten habe ich den Entschluss gefasst, mein Leben zu ändern. Vor genau 365 Tagen packte ich ein paar Sachen, griff meine Schlüssel und knallte die Haustür hinter mir zu. Er dachte, ich würde zurückkommen, aber ich wusste, das würde nie passieren. In den letzten 365... Weiterlesen →

Mut zur Gleichgültigkeit

Ich spüre generell alles sehr intensiv. Positive ebenso wie negative Gefühle bringen mich schnell in emotionale Ausnahmesituationen. Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass ich ein Wutproblem habe. Ich bin so oft wütend. Auf mich, auf meine Umgebung, auf sämtliche AfD-Wähler, auf alles, was sich scheinbar gegen mich verschworen hat. Das tut mir nicht gut.... Weiterlesen →

Abstrakte Feinde

In der Ferne sind Maschinengewehre zu hören. Rauch liegt in der Luft, von entzündeten Brandbomben und in Brand gesteckten Bäumen. Es ist dunkel. Wir hocken zusammengekauert hinter einem lichten Gebüsch. Ich ringe nach Luft, er hält sich die verletzte Schulter. Es war eine anstrengende und lange Flucht bis hierher und sie ist noch lange nicht... Weiterlesen →

Schleifpapier für die Seele

Seit meinem letzten Beitrag habe ich mir nicht mehr wehgetan. Zumindest nicht absichtlich. Ich gebe allerdings zu, dass ich die vorhandenen Wunden am Heilen gehindert habe. Jetzt ist aber der Heilungsprozess nicht mehr aufzuhalten und der Juckreiz bringt mich um! Ja ja, ich weiß, selber schuld. Habe ich mir auch gesagt, als ich unter der... Weiterlesen →

Prost!

In der Regel telefoniere ich alle zwei, drei Tage mit meinen Eltern. Gut, mein Vater ist sehr still und reicht den Hörer zügig an meine Mutter weiter. Also sagen wir: ich telefoniere ziemlich oft mit meiner Mutter. Und dann auch lange und ausgiebig. Nachdem sie vorletzte Woche in meinem Badezimmer fast zusammengebrochen war und beteuerte,... Weiterlesen →

Gestatten: Arschloch-Raja

Ich war gestern ziemlich eklig. Nach der Arbeit musste ich noch einkaufen und dank der Insolvenz eines großen Brotherstellers kriege ich momentan kein Brot in diversen Discountern. Also musste ich nach meinem eigentlichen Einkauf noch in einen Supermarkt huschen. Nur für Brot. Die Schlange an der Kasse war lang, ich stand dort nur mit meiner... Weiterlesen →

Jetzt mal Tacheles

Das ist der erste Beitrag, dem ich eine Warnung voranstelle. Was ich hier schreibe, könnte auf Menschen mit ähnlichen psychischen Leiden triggernd wirken. In diesem Fall: bitte das Browserfenster schließen. Noch eins vorweg: Das ist mein persönliches Empfinden. Jeder hat andere Beweggründe. Ich wurde oft gefragt, wieso ich mich verletze. Von Freunden ebenso wie von... Weiterlesen →

Es geht mir gut

Wie ich sagte: Es geht mir gut. Ich habe seit vergangenem Sonntag nicht mit meinen Eltern gesprochen, was sehr ungewöhnlich ist, aber mich nicht damit zu beschäftigen ist gerade besser für mich. Ich trainiere, wenn auch wegen der aktuellen Hitze nicht täglich. Ich versuche, meine Gedanken besser zu kontrollieren und negativen nicht so viel Raum... Weiterlesen →

Unfuckingfassbar.

Nach dem Horrorszenario mit meinen Eltern am Wochenende, dachte ich schon, dass die gute Phase winkewinke macht, aber irgendwie konnte ich das abwenden und es geht mir weiterhin gut. Das hat den Vorteil, dass ich gute Laune habe, trotz wenig Schlaf und Hitze recht fit bin und tatsächlich weiter meinen Sport durchziehe. Unfuckingfassbar. Es hat... Weiterlesen →

happy, happy family

Es lief so gut letzte Woche. Mir ging es besser, ich habe trainiert, war unbeschwerter und ausgeglichener. Bis zum Wochenende. Letzte Woche um diese Zeit saß ich in einem kleinen Café in Holland, gestern saß ich mit meinen Eltern auf meinem Balkon. Ist doch nett, könnte man meinen. Wäre es vielleicht auch, hätte ich eine... Weiterlesen →

In your face!

Der vierte Tag in Folge, an dem ich dem Schweinehund kräftig in den faulen Arsch getreten habe. Ha! Ich bin unbesiegbar, verdammt! Also zumindest bis morgen. Normalerweise bin ich eher so die Rockgöre - Hardrock bis Heavy Metal ist meine Musik. Aber asozialer deutscher HipHop eignet sich einfach hervorragend zum Ausrasten. Tja, mehr ist nicht... Weiterlesen →

Im Rahmen deiner Möglichkeiten

Imaginäres Gespräch mit einem beliebigem Gesprächspartner (ohne psychische Erkrankung): Ich: "Ich habe gestern wieder Sport gemacht! Obwohl ich solchen Muskelkater habe. Und die Wohnung geputzt habe ich auch. Und meine Wäsche abgehangen. Und Essen gemacht." Gegenüber: "Aha. Ich habe gestern Abend nach der Arbeit meine drölf Kinder gebadet, das Badezimmer ausgebaut, ein Drei-Gänge-Menü für meinen... Weiterlesen →

Von Schweinehunden und Masochisten

Phasen sind seltsam. Sie kommen und gehen in Wellen und reißen mich dabei jedes Mal um, als hätte ich sie nicht kommen sehen. Aber diese hier, die ist gut. Keine Ahnung wieso - bis auf den überstandenen Termin ist nichts Aufregendes passiert - aber mir geht es gerade ganz gut. Es war das erste Wochenende... Weiterlesen →

Die Relevanz des Firlefanz

Erst nach dem Kliniktermin fiel mir auf, wie sehr mich diese Nervosität zuvor unterbewusst gestresst hatte. Trotz Frühschicht kam ich in der Woche vor dem Termin selten vor Mitternacht ins Bett - und wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass ich großen Wert auf einen langen Nachtschlaf lege. Jetzt werde ich abends wieder deutlich schneller müde... Weiterlesen →

Die Tage danach

Als ich 14 Jahre alt war, lag ich mit einer viel zu tiefen Schnittwunde am Arm auf dem Behandlungstisch eines Chirurgen, der Mamas tränengetränkte Vorwürfe mit "Borderlinepatienten kann man ja eh nie trauen" kommentierte, während er mich zunähte. Im Teenageralter und nur auf Grundlage vernarbter Arme kann niemand eine solche Diagnose stellen. Insbesondere kein Chirurg.... Weiterlesen →

Strike!

Sie setzte das letzte Häkchen, lächelte matt und sagte:, "Dann ist die Diagnose hiermit gesichert". 100 Tage ist es her, dass ich den Termin in der Klinik ausmachte, um mir endlich helfen zu lassen. 100 Tage. Am Tag vor dem Termin hatte ich einen Nervenzusammenbruch. Am Morgen des Termins dann schiere Panik. Im Nachhinein betrachtet... Weiterlesen →

Text-Bild-Schere

Ich bin sehr ungeduldig. Ich will alles sofort und am besten gestern. Ich will sofort mein vor 20 Minuten bestelltes Paket. Ich will, dass mir in Therapien neu erlernte Verhaltensweisen sofort ins Blut übergehen. Ich will sofort eine neue Fremdsprache perfekt beherrschen können. Und ich will verdammt nochmal sofort das akzeptieren können, was ich nicht... Weiterlesen →

Countdown

Weniger als eine Woche also noch bis zum Termin in der Klinik. So so. Und, wie geht's uns damit so, Raja? Alles fit? Ich muss mal wieder mit mir selbst auf die Therapieliege und richtig ordentlich in mich hineinfühlen. Ich wollte alles aufschreiben, was mir so durch den Kopf geht. Gedanken, Gefühle, Ängste, Befürchtungen... Aber... Weiterlesen →

Von Tuten und Blasen

Ich mag meine Firma. Also.. nicht die Firma per se. Die Arbeitszeiten sind beschissen, die Bezahlung ist ein Witz und die Geschäftsführung ein nimmersatter Blutsauger. Aber die Kollegen sind toll. Gut, ein paar Klappspaten gibt es in jedem Unternehmen, aber wann immer man den Pausen- oder Raucherraum betritt, hat man Jemanden zum Quatschen. Der Hausmeister... Weiterlesen →

Lautlos

Ich bin ein kommunikativer Mensch. Ich rede viel. Manchmal zu viel. Ich war schon immer der Meinung, dass man Probleme offen ansprechen und über Sorgen offen reden sollte. Aber auch ich habe Momente, in denen ich einfach nichts sagen kann. Situationen, die für mich so schwer zu ertragen sind, dass ich einfach schweige. Geschehnisse, über... Weiterlesen →

Salamirührei und Wildschweine

Oftmals erwische ich mich bei Gedanken wie "Warum sollte ich diesen Nachtisch essen? Damit ich ihn genieße? Wozu?" oder "Ich könnte jetzt rausgehen. Frische Luft schnappen. Das würde mir guttun. Aber wieso sollte ich? Bin ja nur ich." Das ist nicht besonders schlau und ein tiefgreifendes Selbstwertproblem im Hinblick auf eventuelle zukünftige Therapien, die alle... Weiterlesen →

Einatmen, Ausatmen

Der Ersttermin in der Klinik ist in weniger als einem Monat. Als ich den Termin ausmachte, waren es bis dahin noch exakt 100 Tage. Zunächst habe ich jeden Tag runtergezählt. 99, 98, 97, 96…. Irgendwann versank der Gedanke an ihn unter Alltag, Emotionen und Chaos. Gestern Abend kam dann plötzlich die Erkenntnis: Scheiße. Es ist... Weiterlesen →

Farblos

Da ist es wieder. Dieses schwere Gefühl in der Brust, wenn man nichts fühlen, nicht reden und sich nicht rühren möchte. Nur liegen und die Augen schließen. Schlaf wird zur Therapie. Schlaf nach Einnahme von Antidepressiva wird zu einer verlässlichen Flucht. Lang. Traumlos. Schwerelos. Tagsüber versuche ich verzweifelt, das Beste zu geben, wehre mich gegen... Weiterlesen →

Fallende Steine

Wir stehen am Ufer. Ich werfe einen Stein Richtung Wasser, um ihn flitschen zu lassen. Er geht sofort unter. Sammy lacht. Laut und schäbig. "Mach's doch besser, du Arsch!", lache ich. "Sieh zu und lerne, junge Dame", grinst er zurück und sucht den Boden nach einem passenden Stein ab. Ich lasse mich nach hinten fallen... Weiterlesen →

Perspektivwechsel

Manchmal gehe ich in meiner Depression auf. Dann ertrinke ich in Selbstmitleid und fühle mich unglaublich benachteiligt und vom Schicksal verraten. Dann sind in meinen Augen alle gegen mich und nur ich erfahre unsägliches Leid. Dann wiederum denke ich daran, dass es so vielen Menschen schlechter geht als mir. Naturkatastrophen, Todesfälle, schwere Krankheiten, akute Geldnot,... Weiterlesen →

Bewegungslose Raufasern

Eine Woche Krankschreibung. Eine lange Woche, die dann doch irgendwie so schnell vorbei war. Man sollte meinen, ich hätte so viel Zeit gehabt, lange Liegengebliebenes zu erledigen. Längst überfällige Arzttermine ausmachen, meine Steuererklärung einreichen, oder zumindest anfangen, sie zu machen, meinen Kopf vielleicht ein bisschen aufräumen.... Es hätte so einfach sein können. Und gemacht habe... Weiterlesen →

Niemand

Wenn die Depression mir mit einem Roundhousekick in die Fresse tritt, ziehe ich mich zurück. Dann fühle ich mich leer, ungeliebt und furchtbar überflüssig. Deshalb kommt es manchmal zu Streitsituationen, die ich nicht ertrage und dann fliehe ich. In solchen Momenten sage ich dann "Ich will meine Ruhe" oder "Mir ist das jetzt zu viel"... Weiterlesen →

Gegen Kräuterschnaps hilft Husten

Ich habe wieder nicht auf mich aufgepasst. In meinem Urlaub war ich stark erkältet und habe mich als gute Arbeitnehmerin nicht nach Ende meines Urlaubs krankschreiben lassen, sondern habe mich zur Arbeit geschleppt. Das ist jetzt drei Wochen her. Zwischendurch ging es mir wieder besser, nur der Husten nervte. Nun ist es wieder schlimmer. Husten,... Weiterlesen →

Suche Frieden – Biete Mitbewohnerin

Hey Sammy, Es ist jetzt über zwei Monate her, dass dich der Mut verlassen hat und mir fehlen unsere Gespräche - unsere Übersetzungsskills - Normale Menschen - Borderliner | Borderliner - Normale Menschen. Wir hätten das an den Langenscheidt Verlag schicken sollen. Ich weiß, ich lasse nicht oft von mir hören. Aber hey, eigentlich ist... Weiterlesen →

Fremde Stille

Wieso sind Beziehungen so verschieden? Und wieso gehen wir so unterschiedlich mit deren Ende um? Meine Jugendliebe wird immer einen Platz in meinem Leben haben - ganz egal, ob er ihn je wieder einnehmen wird oder der Platz leer bleibt. Auch nach sieben Jahren noch. Ich werde immer hoffen, dass es ihm gutgeht und dass... Weiterlesen →

Wolken im Kopf

Zu Beginn meines Studiums sagte einmal ein Kommilitone zu mir "Aber du hast doch jetzt einen Freund. Dir müsste es doch gutgehen." Nachdem ich eine Weile über diese Aussage nachgedacht hatte, zog ich einen Vergleich und fragte ihn "Wenn du mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus liegst und deine Lieben dich besuchen kommen - ist... Weiterlesen →

Die Stimmung kippt

Oftmals habe ich das Problem, dass ich mich selbst nicht spüren kann. Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, weiß ich oft keine Antwort darauf. Dann muss ich erst mal mit mir selbst ins Gespräch gehen. Wie beim Therapeuten. "Na, Raja? Wie geht's uns denn heute?" Und auch das ist kein Garant dafür, dass... Weiterlesen →

Keine Panik!

Wie ich bereits schrieb, besteht meine Krankheit aus Phasen - schwarzen und weißen. Weiße, bzw. eher graue Phasen (denn wirklich heftige Hochgefühle habe ich äußert selten) sind ganz okay, zeitweise sogar schön. Ich bin dann von alltäglichen Sorgen und Problemen nur genervt - aber ein heruntergefallenes Butterbrot ist nicht gleich ein Weltuntergang. Anders sieht das... Weiterlesen →

An die 16-jährige Raja

"Ich habe den Kontakt zu mir selbst verloren. Und was noch viel schlimmer ist und mir in diesem Moment schmerzhaft bewusst wird, ist, dass ich dabei bin, die Kontrolle über mich vollends zu verlieren. Ich muss die Kontrolle abgeben! Irgendjemand muss sich mir vollkommen annehmen und alle Entscheidungen für mich machen, damit ich mir nicht... Weiterlesen →

Borderline for fucks sake

Nie wird meine Erkrankung deutlicher sichtbar und spürbar, als beim Anblick meiner Gefühlswelt. Es ist die so gut bekannte plakative Schwarz-weiß-Welt, in der Borderliner leben. Gefühle sind ohnehin schon eine komplizierte Sache, wenn man aber mit gleich tausenden auf einmal bombardiert wird und damit nicht umgehen kann, dann kann man schon mal die Fassung verlieren.... Weiterlesen →

Die Sache mit dem Mut

Das imaginäre Streitgespräch zwischen Angst, Mut und mir fand unmittelbar vor dem Probetag statt, den ich im Rahmen meiner Bewerbung zu absolvieren hatte. Ich brauche nicht erwähnen, unter welchen Leistungsdruck mich der Gedanke an diesen Tag gesetzt hat, zwei Jahre nach Vorlesungsende und ein Jahr nach Abgabe meiner Bachelorarbeit. Wie die Angst schon so treffend... Weiterlesen →

Service Information

Unabhängig von meinem täglichen Leben und Erleben, hier mal zwei Dinge, über die ich gestolpert bin und die es einfach verdienen, weiter verbreitet zu werden. Zum Einen ein Interview mit einer Borderlinerin. Nichts Neues soweit. Aber solche Interviews fokussieren sich gerne auf das Leid der Betroffenen. Das hasse ich. Ich bin kein Fan vom Kölner... Weiterlesen →

Konflikte

Wir sitzen zu dritt am See. Wir reden über meine berufliche Weiterentwicklung. Ich wurde bei einem Unternehmen meiner Branche zum Probetag eingeladen. Ich will nicht darüber nachdenken. Und reden schon gar nicht. Aber mich fragt ja keiner. "Ich finde du solltest dem Job eine Chance geben. Du weißt nie was du kannst, solange du es... Weiterlesen →

So sieht’s aus

Kranke und gesunde Menschen unterscheiden sich in ihrem Auftreten, ihrem Erscheinungsbild und ihren Verhaltensweisen. Oftmals gibt es Vorurteile oder Klischees über bestimmte Erkrankungen - zum Beispiel, dass Depression nur getarnte Faulheit sei. Meine Tante, zum Beispiel, sagte mal, Depressionen gäbe es nicht. Mich regt das auf, deshalb folgt hier mal eine kleine Klarstellung. Was die... Weiterlesen →

Lass uns spielen

Mir geht es gut, irgendwie. Und das macht Angst. Denn je höher ich fliege, desto tiefer falle ich. So schlimm eine schwarze Phase auch sein kann, sie ist nie so schlimm wie der Übergang - der Moment, in dem es von weiß zu schwarz wechselt. Ein etwas hinkender Vergleich, aber der beste, der mir einfällt,... Weiterlesen →

404 – Not found

Ehrlichkeit und Offenheit sind zwei meiner höchsten Güter. Wann immer ich entschied, jemandem von meiner Erkrankung zu erzählen, nahm das einen positiven Verlauf und ich mag es, dass sich die meisten Menschen dann im Gegenzug auch öffnen. Daraus sind schon wunderbare neue Freundschaften entstanden. Eigentlich habe ich Menschen, denen ich alles erzählen kann. Die ein... Weiterlesen →

Flashbacks

Seit ich vor kurzem das erste Mal über die Zeit des Mobbings und ihre Folgen geschrieben habe, überfallen mich immer wieder Flashbacks. Manchmal sind es nur kurze, aufflackernde Bilder von Erlebnissen, zum Beispiel die Erinnerung an einen Shoppingtag mit meinen Eltern in Osnabrück. Ja, da kann man tatsächlich shoppen. Das ist harmlos, ja sogar ganz... Weiterlesen →

Nicht nichts

Draußen scheint die Sonne. Eine Weile habe ich auf dem Balkon gesessen und Musik gehört. Eine kurze Weile hat das auch gut getan. Bis mein Handy dann die falsche Musik ausgewählt hat. Die ganz falsche Musik. You don't need to bother, I don't need to be I'll keep on slipping farther But once I hold... Weiterlesen →

Denke, nie gedacht zu haben

Immerzu dachte ich, ich sei nicht gut genug. Ich fühlte mich ungewollt, unfähig, nicht liebenswert. In meinem Kopf der immergleiche, wiederkehrende Gedanke: "Du reichst nicht. Du kannst perfekt sein - es wäre nie genug." Ich war ein Meister der Selbstabwertung. Man braucht kein abgeschlossenes Psychologiestudium, um den Hauptgrund dafür im Mobbing zu finden. Wenn man... Weiterlesen →

Zuckerbrot und Presslufthammer

Ich habe Schmerzen. Die ganze Woche schon habe ich Schmerzen. Im Nacken. Den Hals hoch, bis runter zum linken Schulterblatt. Allein den Kopf gerade zu halten, schmerzte zwischenzeitlich so sehr, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Ich war am Sonntag unvermittelt damit aufgewacht. Nichts passiert. Kein Sport (haha, natürlich nicht), kein offenes Fenster... Weiterlesen →

Frühlingsgefühle

Neulich schrieb mich ein alter Bekannter aus der Heimat an. Sechs Jahre lang hatten wir nichts von einander gehört. Sechs Jahre, die wir uns gegenseitig im Schnelldurchlauf erzählten. Abschlüsse, Trennungen, Umzüge. Irgendwie war es schön, dass wir einfach da weitermachten, wo wir vor sechs Jahren aufgehört hatten. Kein neues Kennenlernen, keine Berührungsängste - also, emotional... Weiterlesen →

Etappensieg

Ich bin noch da. Und mir geht es ganz gut. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht, weil ich gestern Abend gemalt habe, um mich abzulenken. Okay, nicht in erster Linie zum Ablenken. Vielmehr war es eine Geburtstagskarte für einen Arbeitskollegen, weil ich ja immer sofort "hier" schreien muss, wenn es etwas zutun gibt. Es tat gut. Ablenken,... Weiterlesen →

Die Hölle ist aus Hack gemacht

Es ist eine Party. Aber nicht eine von diesen schönen Parties mit Luftballons und Buffet und fröhlichen Menschen, sondern eher so eine Überraschungs-Goa-Party mit beschissener Musik und lauter seltsamer, verwaschener Existenzen, die so zugedröhnt sind, dass sie einfach tagelang kein Ende finden. Mein Kopf ist der Gastgeber. Und ich bin nicht eingeladen. Ich will hier... Weiterlesen →

Arzt-Roulette

In meinem kurzen Leben habe ich viele Therapeuten, Ärzte und Psychiater kennen gelernt. Sehr viele. Man sollte meinen, es wird leichter mit der Zeit, sich zu öffnen. Aber es wird schwerer. Bei dem ersten Termin mit meinem neuen (Ex-) Kopfklempner habe ich den Fehler gemacht, mich zu verhalten wie bei einem Bewerbungsgespräch. Bloß von der... Weiterlesen →

Dialoge

Hey Sammy, Ich könnte jetzt wirklich deinen Rat gebrauchen. Ich halte es in meinem Kopf wieder nicht aus. Wenn du da wärst, würde ich jetzt alles runterrasseln was da so in meinem Kopf ist und du würdest mir helfen, das alles zu sortieren und das Chaos mit mir aufräumen. Aber du bist nicht mehr da.... Weiterlesen →

Und dann hast du losgelassen

Wie reagiert man, wenn man erfährt, dass ein guter Freund gestorben ist? Man trauert. Wie reagiert man, wenn man erfährt, dass er sich das Leben genommen hat? Seine Schwester hat es mir gesagt. Er war Borderliner. Ich sollte vielleicht wütend sein, weil er aufgehört hat, zu kämpfen. Mich schuldig fühlen, weil ich ihn vielleicht doch... Weiterlesen →

Schutt und Asche

Mit meinen Depressionen gehe ich recht offen um. Für mich ist das ähnlich wie chronische Rückenleiden. Oder Herpes oder so. Na ja, mit Depressionen kann man wenigstens noch knutschen, ohne den Gegenüber anzustecken. Neulich bekam ich auf meine Aussage, dass ich Antidepressiva nehme, folgendes zu hören: "Brauchst du die denn? Reicht da nicht Reden, Sport... Weiterlesen →

’ne Grippe wär‘ mir lieber

Aus aktuellem Anlass habe ich mich näher mit dem Thema Selbstfürsorge befasst. Freunde, Familie und sogar mein Psychiater finden, ich muss besser auf mich aufpassen. "Finde ich auch", denke ich so bei mir, während ich im Wartezimmer meines Hausarztes sitze, um eine eigens zugefügte Entzündung behandeln zu lassen, die ich allein nicht in den Griff... Weiterlesen →

John Lennon weiß Bescheid

"Du kannst alles werden was du willst. Dir stehen doch alle Wege offen." Was klingt wie ein Kompliment, war einer der Auslöser für meine Depression. Eines meiner wesentlichen Probleme ist die Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Im Kleinen heißt das, dass ich mindestens jeden zweiten Tag einkaufen gehe, weil ich nicht Montag entscheiden will, was ich... Weiterlesen →

Bedienungsanleitung, Band 1, 591 Seiten

Einleitung   Raja 1.0 ist ein einzigartiges Produkt, das sich vor allem durch seine Zuverlässigkeit, Fürsorge und Hingabe auszeichnet. Im Lieferumfang enthalten sind: 1 Mensch, 1 Dachschaden und 364869 Gefühlsregungen.Bevor Sie sich an die Bedienung von Raja wagen, lesen Sie die Bedienungsanleitung sorgfältig durch, um Funktionseinschränkungen und Kurzschlüsse zu vermeiden. Es handelt sich dabei um ein... Weiterlesen →

Veränderung?

Mein neuer Kopfklempner ist skeptisch und hat mir deshalb nur gerade so viele Tabletten verschrieben, dass sie bis zum nächsten Termin im März reichen. Arschloch, dachte ich. Traut mir nicht. Pf. Zuhause fand ich dann noch drei übrig gebliebene Streifen meiner Antidepressiva. Jackpot. Selbst wenn er meine Medikation umstellen wollte, wäre ich erst mal noch... Weiterlesen →

Bilanz

Wie man sich Borderline-Phasen vorstellen kann. Wut. Große Wut. Trauer über die Wut. Trauer. Leere. Freude. Liebe. Große Freude. Zu früh gefreut. Trauer. Wut. Wut. Leere. Aufgefangen werden. Euphorie. Liebe. Liebe. Leere. Leere. Trauer. Wut. Ja, das beschreibt es ganz gut. So einen durchschnittlichen Vormittag.

Entlebt

"Den Tag überstehst du schon", sagt mein Umfeld zu mir. "Den Tag überstehst du schon", sage ich zu mir. Schritt um Schritt, Stunde um Stunde. Aushalten. Durchhalten. Und jeden Abend stelle ich fest: Tag überstanden.Doch je mehr 'überstandene' Tage sich aneinanderreihen, desto weniger wird am Abend die Entspannung mit Blick auf den nächsten Tag, den... Weiterlesen →

Mein neuer Kopfklempner

Wegen meines Umzugs brauchte ich einen neuen Psychiater, der mir meine Happypillen verschreibt. Der vorherige Arzt war zu weit weg, aber ich ließ meine Akte rüberfaxen. Ich wollte da nicht hin. So oft hatte ich neue Ärzte und Therapeuten kennen lernen müssen. So oft Seelenstriptease. Ich hasse es jedes Mal mehr. Aber was muss, das... Weiterlesen →

Impulskontrollstörung

Ich bin sehr emotional und sensibel. Das klingt erst mal recht liebenswert. Ist ja schön, wenn jemand heutzutage noch ordentlich was fühlt. Aber ich kann versichern: Das ist anstrengend. Für mich, aber auch für mein Umfeld. Ich werde zum Beispiel schnell wütend. Das kann für Außenstehende manchmal witzig sein. Kuck mal, wie Raja da auf... Weiterlesen →

Naturkatastrophen

Ich spürte das Unwetter in meinem Kopf schon die ganze Woche. Meist war es nur ein leises Grollen im Hintergrund, ab und zu - vor allem wenn ich versuchte zu schlafen - ein lauter Donnerschlag, aber es war auszuhalten. Ein Gewitter aus Gedanken und Gefühlen, die ich nicht greifen oder einordnen konnte, aber auszuhalten. Das... Weiterlesen →

Und du so?

Bei meiner Graduierungfeier gab es einen interessanten Moment. Die Sitzplätze waren nach Studiengang sortiert. Ich, die Nachzüglerin, die wegen der Depression zwei Jahre länger für ihren Abschluss brauchte als der Rest meiner Studiengruppe, stehe etwas unsicher im Gang. Auf zwei Stühlen ein Zettel mit der Aufschrift "JU" - Journalismus und Unternehmenskommunikation. Zwei? Müssten nicht viel... Weiterlesen →

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